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Organspende
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Bei einer Organspende werden menschliche Organe fßr eine Transplantation vom Organspender zur Verfßgung gestellt. Lebendorganspenden sind bei Nieren und Leberlappen gängige Praxis, bei Gebärmßttern sind solche Spenden in der Experimentalphase. Lebendspenden sind neben der Zustimmung des Spenders oft noch an weiterreichende Bedingungen gebunden.
Die Entnahme von lebensnotwendigen Organen wie Niere, Leber, Herz, Lunge, Bauchspeicheldrßse und Dßnndarm darf nur geschehen, nachdem nach gesetzlich festgelegten Kriterien der Tod des Spenders festgestellt wurde (Entnahme post mortem). Dies ist meist (z. B. in Deutschland) die eindeutige Feststellung des Hirntodes. In einigen Ländern (z. B. Spanien) hingegen reicht fßr die Todesfeststellung auch das Herztodkriterium aus. Darßber hinaus konkurrieren aus rechtlicher Sicht grundsätzlich Widerspruchs- und Zustimmungsregelungen.
Von der Organspende im engeren Sinn abgegrenzt werden Gewebespenden (z. B. von Hornhaut), Blutspenden, Knochenmarkspenden (Blutstammzellenspende) und Spenden von vaskularisierten Gewebekomplexen (z. B. bei Hand- oder Gesichtstransplantationen).cite-ref-1[1]cite-ref-2[2]
Contents
⢠Geschichte
⢠Organqualität
⢠Spendenarten
⢠Ethische Fragen
⢠Organmangel
⢠Organhandel
⢠Christentum
⢠Judentum
⢠Islam
⢠Buddhismus
⢠Konfuzianismus
⢠Taoismus
⢠Anthroposophie
⢠Ăkonomie
⢠Weltweite Praxis
⢠Ăberblick
⢠Dänemark
⢠Schweiz
⢠Spanien
⢠Portugal
⢠Griechenland
⢠Tßrkei
⢠Sßdosteuropa
⢠Arabische Welt
⢠Indien
⢠Iran
⢠Israel
⢠Japan
⢠Mongolei
⢠Philippinen
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Geschichte
1954 spendete zum ersten Mal ein eineiiger Zwillingsbruder seinem Bruder als Lebendspender eine seiner Nieren (syngene Transplantation). Dieser Bruder ßberlebte acht Jahre. Der spendende Bruder selbst starb mehr als 56 Jahre später, 2010. Der damalige Chefoperateur Joseph Edward Murray erhielt 1990 den Nobelpreis fßr Medizin.cite-ref-3[3]
Die erste Lebendspende einer BauchspeicheldrĂźse wurde 1979 von einem Team um David Sutherland an der University of Minnesota in Minneapolis durchgefĂźhrt.cite-ref-4[4]
Seit 1995 werden Leberlebendspenden durchgefĂźhrt.cite-ref-5[5] Bis 2012 sind weltweit Ăźber eine halbe Million Nieren transplantiert worden.
Medizinische Fragen
Eine Organspende im engeren Sinn betrifft solide menschliche Organe. Anders ist das bei der Gewebespende, in deren Rahmen Blutbestandteile, Augenhornhaut, Herzklappen, Knochengewebe, Knorpelgewebe, GehĂśrknĂśchelchen, Haut oder Sehnen entnommen werden.
Organqualität
Eine Reihe von Faktoren bestimmen die Qualität eines Organs (und damit neben der Kompatibilität des Organs mit dem Empfänger den Erfolgsgrad einer Transplantation). Die beiden wichtigsten sind das Organalter sowie bestimmte Komorbiditäten des Spenders.
Das Alter der Spender ist dabei weniger relevant als der Zustand der Organe. Die Eignung von Organen zur Transplantation wird jeweils im Einzelfall medizinisch geprĂźft.cite-ref-6[6]
Kontraindikationen
Eine Organspende verbietet sich dann, wenn der Spender an einem metastasierenden Krebsleiden, an einer aktiven und verbrauchenden Infektion, der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit beziehungsweise anderen Prionen-Erkrankungen oder einer chronischen OrganfunktionsstĂśrung leidet.
Weil eine Infektion mit HIV keine absolute Kontraindikation fĂźr Transplantationen mehr ist, bieten sich fĂźr HIV-infizierte potenzielle Empfänger auch verstorbene HIV-Infizierte als Spender an, wenngleich dies bisweilen juristisch â z. B. in den Vereinigten Staaten â verboten ist.cite-ref-7[7]
Einige Kontraindikationen bestehen organspezifisch.cite-ref-8[8] So stehen mit Hepatitis B oder C Infizierte nicht fĂźr Leberspenden zur VerfĂźgung.
Drogenabhängigkeit ist keine unbedingte Kontraindikation zur Organspende.
Spendenarten
Grundsätzlich kann zwischen Spendeorganen, welche nur einem Toten entnommen werden dßrfen, und solchen, die auch durch eine Lebendspende ßbertragen werden kÜnnen, unterschieden werden. In der Regel erzielen dabei Organe aus Lebendspenden einen hÜheren Transplantationserfolg.
Es kann zwischen einer autologen, allogenen, syngenen, xenogenen und alloplastischen Transplantation unterschieden werden. Bei einer autologen Transplantation sind der Organspender und -empfänger dieselbe Person (z. B. Hauttransplantation bei Verbrennung). Bei einer allogenen Transplantation sind der Spender und der Empfänger zwei verschiedene Personen. Die allogene Transplantation ist die weltweit am häufigsten durchgefßhrte Art der Transplantation. Einen Spezialfall bilden syngene Transplantationen zwischen eineiigen Zwillingen, hier sind Spender und Empfänger genetisch identisch. Xenogene Transplantationen finden zwischen Vertretern von verschiedenen Spezies statt. Das bedeutet, Organe werden vom Tier auf den Menschen verpflanzt. Dazu gehÜrt auch das Einsetzen von Schweineherzklappen in das menschliche Herz.cite-ref-10[10]
Lebendspende
Bei der Lebendspende spendet ein lebender Mensch eines seiner Organe oder die erforderlichen Zellen. Dies sind entweder paarig oder segmenthaft angelegte Organe oder Organe mit einer hohen Regenerationsfähigkeit.
Grundsätzlich wird zwischen Lebendspenden unter nahen Blutsverwandten und âfremden Spendernâ, die meist nicht in einer persĂśnlichen Verbindung mit dem Empfänger stehen, sogenannten living unrelated donors (LURD), unterschieden. Die Transplantationserfolge unterscheiden sich dabei meist nicht signifikant oder jedenfalls nicht bedeutend voneinander.
Vorßbergehend kann zur Geburt eines Kindes mittlerweile auch die Gebärmutter transplantiert werden.cite-ref-12[12]
Niere
Die Lebendnierenspende ist die häufigste Form der Lebendspende, da dieses Organ im KĂśrper paarweise vorhanden ist und somit der Spender seine Nierenfunktion nicht einbĂźĂt. Lebendspendenierentransplantationen zeigen deutlich grĂśĂere Erfolge als Leichennierentransplantationen.cite-ref-13[13] Frauen spenden dabei zwischen zwei- und achtmal häufiger als Männer.cite-ref-14[14] Weniger invasive laparoskopische Entnahmearten fĂźhrten in der Anfangszeit zu Beginn des 21. Jahrhunderts zwar zu häufigeren gravierenden Komplikationen,cite-ref-15[15] sind mittlerweile aber ähnlich sicher wie konventionelle offen-chirurgische Eingriffe, fĂźhren allerdings zu einer etwas längeren warmen Ischämiezeit, ohne dass dies bisher nachweisbare Konsequenzen fĂźr die Organqualität hat.cite-ref-16[16] Beide Eingriffsarten spielen daher in der klinischen Praxis eine legitime Rolle.cite-ref-17[17] Die perioperative Sterblichkeit liegt bei etwa 0,02 bis 0,05 %; die Langzeitsterblichkeit von Nierenspendern liegt gemäà einer Studie aus dem Jahr 2014 entgegen frĂźheren Untersuchungencite-ref-18[18] Ăźber der vergleichbarer Alterskohorten und wurde mit 30 % bzw. 40 % bei kardiovaskulären Ereignissen gegenĂźber dieser Gruppe angegeben. Allerdings gibt es Hinweise darauf, dass ältere Spender (Alter > 55) keine verkĂźrzte Lebenserwartung gegenĂźber einer gesunden Vergleichsgruppe haben.cite-ref-19[19]cite-ref-20[20]
Leber
Ein weiteres Organ, bei dem Lebendspenden eine zunehmende Rolle spielen, ist die regenerationsfähige Leber, von der auch nur ein Teil gespendet werden kann.
Postmortale Spende
Post mortem werden auch Herzen, GliedmaĂen (z. B. bei der Handtransplantation) und das Gesicht fĂźr eine Transplantation gewonnen. Erste Versuche mit Gebärmutterspenden gab es zunächst in Saudi-Arabien und der TĂźrkei;cite-ref-21[21] auch in Schweden ist ein solches Programm im Gang.cite-ref-22[22] Organe zur Transplantation werden in der Regel entnommen, wenn der Hirntod nachgewiesen ist. In einigen Ländern werden, zumeist alternativ, Organe auch nach dem Herztod entnommen,cite-ref-23[23] dabei werden vor allem Nieren und seltener auch Lebern explantiert.cite-ref-vr-310-24-0[24]
Bis die Vorbereitungen zur Entnahmeoperation abgeschlossen sind, wird der KĂśrper des Spenders im Rahmen der Organprotektiven Intensivtherapie versorgt.
Bevor 1968 an der Harvard University entwickelte Hirntodkriterien breite Anerkennung fanden, war der Herztod die Prämisse der meisten postmortalen Organspenden.cite-ref-bos74-25-0[25] Danach wurde der Hirntod in den meisten Staaten mit Transplantationsmedizin die weitaus häufigste Präexplantationsdiagnose. Lediglich in Staaten wie Japan, die den Hirntod nicht anerkennen, blieb der Herztod das Standardkriterium fĂźr die postmortale Organentnahme.cite-ref-vr-310-24-1[24] Erst durch die Verschärfung des Organmangels kommt es seit den 1990er Jahren auch in einigen anderen Staaten (z. B. USA, Niederlande)cite-ref-sszm-832-26-0[26] wieder vermehrt auch zu Entnahmen nach einem irreversiblen Kreislaufstillstand ohne Feststellung des Hirntods. In der Schweiz und seit Ende 2013 in Ăsterreich muss der Hirntod auch vor einer Entnahme nach einem irreversiblen Kreislaufstillstand festgestellt werden.cite-ref-27[27] In Deutschland ist eine Organexplantation nach Herztod verboten.cite-ref-sszm-832-26-1[26]
Der Hirntod kann bei primär supratentorieller (GroĂhirn-)Läsion durch klinische Untersuchungen festgestellt werden (Koma, Fehlen aller Hirnstammreflexe und Ausfall der Spontanatmung). Diese Beobachtungen mĂźssen Ăźber einen gewissen Zeitraum hinweg â je nach Jurisdiktion und Art des Hirnschadens etwa zwischen vier und 72 Stunden, wobei sekundäre Hirnschäden in der Regel längere Zeiträume erfordern â nachgewiesen werden. Alternativ sind auch technische Untersuchungen zum Nachweis der Irreversibilität mĂśglich und Ăźblich: entweder ein Null-Linien-EEG Ăźber mindestens 30 Minuten, oder beidseits erloschene evozierte Potentiale, oder der Nachweis der fehlenden Hirndurchblutung mittels Doppler-Sonographie oder Perfusionsszintigraphie. Bei primär infratentorieller (Hirnstamm-, Kleinhirn-) Läsion ist eine apparative Zusatzuntersuchung (EEG oder Sonographie) oft obligat.
Eine Organspende erschwert oder behindert normalerweise die Bestattung nicht.cite-ref-28[28]
Ethische Fragen
Im Zusammenhang mit Organspenden kĂśnnen sich verschiedene Situationen und Fragen ergeben, die eine ethische Beurteilung erfordern. (Hierzu auch noch der anschlieĂende Abschnitt zu den religiĂśs-weltanschaulichen Beurteilungen.)
Organmangel
Seit Beginn der Geschichte von Transplantationen existiert ein Mangel an Spenderorganen.cite-ref-29[29] Da Deutschland, gemessen an der Organspenderzahl pro eine Million Einwohner, auf einem der hintersten Plätze weltweit liegt, ist der Organmangel in Deutschland wesentlich gravierender als im europäischen Auslandcite-ref-30[30]. Um die ausgewogene Verteilung postmortal gespendeter Organe sicherzustellen, wurden Organisationen gegrĂźndet, die Spenderdatenbanken fĂźhren. Hier werden die Spenderorgane auf ihre medizinische Kompatibilität mit potentiellen Empfängern hin ĂźberprĂźft und nach weiteren Kriterien, wie z. B. Dringlichkeit (âsickest-firstâ-Prinzip) und Erfolgsaussicht (Zugewinn an Lebensjahren mit gewisser Lebensqualität), einem oder mehreren geeigneten Empfängern zugewiesen. Nicht-medizinische Merkmale (Geschlecht an sich, Glaube oder ähnliche Parameter) spielen bei der Vergabe keine Rolle.cite-ref-31[31]
Die europaweit agierende Stiftung Eurotransplant fĂźhrte, zum Jahresbeginn 2022, in Deutschland, 8.458 Patienten auf ihren Wartelisten, während im Vorjahr (2021) 3.260 Organtransplantationen vorgenommen worden waren. Nach Angaben der Organisation werden im gesamten europäischen Raum jährlich etwa 7.000 Spenderorgane erfolgreich vermittelt, während die zentralen Warteliste etwa 14.000 Patienten verzeichnet, die auf ein geeignetes Spenderorgan warten.cite-ref-32[32] Deutschland ist ein sogenanntes âNehmerlandâ im Eurotransplant Verbund, das heiĂt, es erhält aus dem Ausland mehr Organe, als aus Deutschland ins Ausland geschickt wĂźrden.cite-ref-33[33] Im Jahr 2024 lag der Anteil dieser âimportierten Organeâ, die häufig im Herkunftsland als Transplantat âabgelehntâ wurden, bei bis zu 26 Prozent.cite-ref-34[34]cite-ref-35[35] Dennoch ist Deutschland bei der Transplantation weltweit unter den Schlusslichtern und Patienten warten hier länger auf ein Organ als im Auslandcite-ref-36[36].
Wartezeiten fĂźr eine Spenderniere variieren je nach politischem Kontext. In Deutschland beispielsweise sind sie in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen und betrugen Anfang 2005 ca. sechs bis acht Jahre. 2024 betrug die Wartezeit auf eine Spenderniere in Deutschland im Durchschnitt 8,5 Jahre.cite-ref-37[37] Ein Teil der potentiellen Organempfänger verstirbt daher während der Wartezeit an ihren Erkrankungen. GrĂźnde fĂźr die lange Wartezeit sind u. a. der RĂźckgang an tĂśdlichen StraĂenverkehrsunfällencite-ref-38[38] sowie die gestiegene allgemeine Lebenserwartung, die zu einer Zunahme von Erkrankungen fĂźhrt, die nur durch eine Transplantation therapiert werden kĂśnnen.
Als weiterer Grund fĂźr den Mangel an Organen werden gesetzliche Regelungen angefĂźhrt, die zahlreichere Spenden verhinderten. Beispielsweise weist der Deutsche Ethikrat darauf hin, dass lediglich ein geringer Prozentsatz der BevĂślkerung von der geltenden Zustimmungsregelung wisse und somit einen Organspendeausweis ausgefĂźllt habe. Wird ein potenzieller Spender fĂźr hirntot erklärt, so mĂźssten Ărzte die Zustimmung zur Explantation durch die AngehĂśrigen bereits auf der Intensivstation sicherstellen. Dies werde wegen Strukturproblemen in Kliniken (Mangel an Personal etc.) und anderen GrĂźnden (Kommunikationsproblemen und Problemen in Umgang mit PietätsgefĂźhl) häufig nicht gemacht.
Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) zählte, von 2012 bis 2021, in Deutschland zwischen 797 (2017) und 1.046 (2012) Spendern pro Jahr.cite-ref-41[41]
Dabei spielen zunehmend ältere Spender eine Rolle; 2021 waren 30 Prozent bereits 65 oder älter und mehr als 20 Prozent waren, zum Zeitpunkt der Organentnahme, mindestens 56 Jahre alt.cite-ref-42[42]
Postmortale Spenden
Postmortale Spenden werfen zwei spezifische Ethikprobleme auf: Zunächst stellt sich die Frage des Todeseintritts. Danach muss geprĂźft werden, wer unter welchen Umständen entscheidet, ob eine Organentnahme vorgenommen werden darf. SchlieĂlich gilt es, die Situation der Hinterbliebenen einzuschätzen.
Todeseintritt
In der Praxis ist der Hirntod das gängige Kriterium fĂźr die MĂśglichkeit einer Organentnahme. Exemplarisch fĂźr viele in Transplantationsprozesse eingebundene Mediziner bezeichnet die ärztliche Koordinatorin der DSO den Hirntod als âdie sicherste Diagnose, die man stellen kannâ.cite-ref-43[43] DemgegenĂźber bezweifeln Teile der deutschen BevĂślkerung die Zuverlässigkeit der Diagnose.cite-ref-44[44] Sie befĂźrchten, dass potenzielle Spender zum Zwecke der Organentnahme zu frĂźh fĂźr tot erklärt werden. Eine grundsätzlichere Gegenposition nehmen Vertreter einer Ethik, die durch den Philosophen Hans Jonas verkĂśrpert wird, ein: Sie verfechten die Position, dass die menschliche Person nicht von ihrem KĂśrper zu trennen oder allein im Gehirn zu verorten sei.cite-ref-45[45] In der Schweiz wird diese Position zum Beispiel von dem Verein âĂrzte und Pflegefachpersonen gegen Organspende am Lebensendeâ vertreten.cite-ref-46[46] Der deutsche Arzt und ehemalige Transplantationsmediziner Peter Beck nimmt ebenfalls diese Position ein.cite-ref-47[47] Nachdem die SĂźddeutsche Zeitung 2014 Ăźber Fälle berichtet hatte, in denen der Hirntod nicht korrekt festgestellt worden war,cite-ref-48[48] wurden die Richtlinien verschärft.cite-ref-49[49]
Entscheidungskompetenz
Im Grundsatz werden vier Modelle der postmortalen Organspende unterschieden:
⢠Zustimmungsregelungen
erlauben eine postmortale Organentnahme nur dann, wenn der Verstorbene â beispielsweise mit Hilfe eines Organspendeausweises oder einem Eintrag in das digitale Organspenderegistercite-ref-50[50] â zu Lebzeiten ausdrĂźcklich erklärt hat, dass er nach dem Tod Organspender sein wolle. Bei erweiterten Zustimmungsregelungen kĂśnnen nach dem Tod des Organspenders auch noch bestimmte Personen, zumeist Hinterbliebene, zustimmen. Die enge Form der Zustimmungsregelung praktiziert heute kein europäischer Staat.cite-ref-51[51]
Hinsichtlich des potenziellen Spenderkreises weiter gefasst sind Widerspruchsregelungen (auch WiderspruchslÜsungen), bei denen alle Verstorbenen als Spender in Frage kommen, die zu Lebzeiten nicht ausdrßcklich einer postmortalen Spende widersprochen haben. Der Widerspruch kann in einer persÜnlichen Erklärung oder einer Vollmacht, aber auch im digitalen Organspenderegister hinterlegt werden.
Erweiterte Widerspruchsregelungen geben bestimmten Hinterbliebenen zusätzlich das Recht, nach dem Tod des potentiellen Spenders als Boten des Willens des Verstorbenen zu Lebzeiten zu fungieren.
⢠Informationsregelungen
bilden eine spezielle Unterart der erweiterten Widerspruchsregelung. Bei jenen gilt zunächst der zu Lebzeiten geäuĂerte Wille des potentiellen Spenders. Ist dieser nicht bekannt, gilt eine Organentnahme dann als zulässig, wenn bestimmte Hinterbliebene informiert werden und innerhalb einer bestimmten Frist nicht widersprechen.cite-ref-d-b97-52-0[52]
⢠Notstandsregelungen
erlauben die Entnahme von Organen auch beim Vorliegen eines Widerspruchs â ob vom Spender oder dessen AngehĂśrigen â in jedem Fall.
Situation der AngehĂśrigen
Organspendegegner bemängeln, dass AngehÜrige nach einem Unfall vom Klinikpersonal zu einer Entscheidung genÜtigt wßrden, obwohl sich diese noch in einem Zustand des Schocks befänden. In Ländern, in denen bestimmten AngehÜrigen unter spezifischen Voraussetzungen ein Mitspracherecht eingeräumt wird, ist ein solches Vorgehen jedoch zwingend geboten.
Incentives
Bei postmortalen Organspenden werden Bestattungshilfen als ethischer angesehen (insbesondere als Zeichen der Dankbarkeit und Ehrung des verstorbenen Spenders) und erhĂśhen mĂśglicherweise die Spendenbereitschaft als direkte Barzahlungen mit gleichem Geldwert.cite-ref-arnold-et-al-53-0[53]cite-ref-pham-54-0[54]
In Sßdkorea wurde mit der Bestimmung des Organtransplantationsgesetzes aus dem Jahr 2006 ein finanzieller Anreiz in HÜhe von 4.500 US-Dollar fßr die Hinterbliebenen hirntoter Spender eingefßhrt; die Belohnung ist als Trost und Entschädigung fßr Beerdigungskosten und Krankenhausgebßhren gedacht.cite-ref-pham-54-1[54]cite-ref-lee-kim-55-0[55]
Organhandel
Organhandel ist in den meisten Staaten verboten. Ausnahme bilden hier der Iran und die Philippinen, die einen regulierten Organmarkt institutionalisiert haben. Guyana hat keine Gesetze gegen Organhandel, sodass es zu Organkäufen kommt.cite-ref-56[56] AuĂerdem werden auch Bolivien, Pakistan, Peru und Albanien häufig im Zusammenhang mit Organhandel genannt. Um bei Lebendspenden Organhandel zu verhindern, sehen viele Organentnahmeregelungen nur einen bestimmten Personenkreis vor. Dabei handelt es sich meist um enge Verwandte oder unter Umständen mit dem Spender persĂśnlich verbundene Personen.
Beurteilung in Religionen und Weltanschauungen
Christentum
Die christlichen Kirchen lehnten bis in die 1950er Jahre mit Blick auf das VerstĂźmmelungsverbot von Leichnamen die Organspende ab. Heute wird von den meisten groĂen christlichen Kirchen die Ansicht vertreten, dass die der Nächstenliebe entspringende Entscheidung zur Organspende Vorrang habe vor der kĂśrperlichen Integrität des Leichnams.cite-ref-57[57] Hingewiesen wird lediglich auf die Notwendigkeit eines wĂźrdevollen Umgangs mit dem toten Spender und den AngehĂśrigen sowie auf die Freiwilligkeit der Spende. Unter anderem aus diesem Grund wird auch das Modell einer Widerspruchsregelung kritisch betrachtet.cite-ref-58[58]
Aus Sicht der RĂśmisch-Katholischen Kirche ist der eingetretene Tod des Spenders unabdingbare Voraussetzung fĂźr eine Organspende. Papst Johannes Paul II. hat unzulässige Bedingungen bei der Organentnahme im Zusammenhang mit den Formen von Euthanasie benannt: âSie kĂśnnten sich zum Beispiel dann ereignen, wenn man, um mehr Organe fĂźr Transplantationen zur VerfĂźgung zu haben, die Entnahme dieser Organe vornimmt, ohne die objektiven und angemessenen Kriterien fĂźr die Feststellung des Todes des Spenders zu respektieren.âcite-ref-59[59] Auch Papst Benedikt XVI. hat deutlich gemacht, dass bei fehlender sicherer Gewissheit das Prinzip der Vorsicht vorherrschen mĂźsse. Nur unter diesen Bedingungen kĂśnne in der Organspende ein Akt der Nächstenliebe gesehen werden.cite-ref-60[60] Die geforderte Todesvoraussetzung entspricht dem Katechismus der Katholischen Kirche KKK 2296 sowie dem Kompendium 476.
Im Jahr 1990 brachten die Deutsche Bischofskonferenz und der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland ihre erste gemeinsame Schrift heraus, âOrgantransplantationenâ.cite-ref-61[61] Darin heiĂt es auf Seite 10f: âDer Hirntod bedeutet ebenso wie der Herztod den Tod des Menschen. Mit dem Hirntod fehlt dem Menschen die unersetzbare und nicht wieder zu erlangende kĂśrperliche Grundlage fĂźr sein geistiges Dasein in dieser Welt. Der unter allen Lebewesen einzigartige menschliche Geist ist kĂśrperlich ausschlieĂlich an das Gehirn gebunden. Ein hirntoter Mensch kann nie mehr eine Beobachtung oder Wahrnehmung machen, verarbeiten und beantworten, nie mehr einen Gedanken fassen, verfolgen und äuĂern, nie mehr eine GefĂźhlsregung empfinden und zeigen, nie mehr irgendetwas entscheiden. ⌠Hirntod bedeutet also etwas entscheidend anderes als nur eine bleibende BewuĂtlosigkeit, die allein noch nicht den Tod des Menschen ausmacht.â Der Schlusssatz dieser gemeinsamen Erklärung lautet: âAus christlicher Sicht ist die Bereitschaft zur Organspende nach dem Tod ein Zeichen der Nächstenliebe und Solidarisierung mit Kranken und Behinderten.â
Am 27. April 2015 brachte die Deutsche Bischofskonferenz die Arbeitshilfe âHirntod und Organspendeâ heraus. Darin heiĂt es auf Seite 6: âNach jetzigem Stand der Wissenschaft stellt das Hirntod-Kriterium im Sinne des Ganzhirntodes â sofern es in der Praxis ordnungsgemäà angewandt wird â das beste und sicherste Kriterium fĂźr die Feststellung des Todes eines Menschen dar, so dass potentielle Organspender zu Recht davon ausgehen kĂśnnen, dass sie zum Zeitpunkt der Organentnahme wirklich tot und nicht nur sterbend sind. [âŚ] Die Entscheidung zur postmortalen Spende eigener Organe stellt einen groĂherzigen Akt der Nächstenliebe dar, der als solcher frei von allem sozialen Druck bleiben sollte.â
Zum Tag der Organspende 2020, der wegen der Coronavirus-Pandemie nur virtuell stattfand, erschien in der Katholischen Sonntagszeitung ein Artikel mit Zitaten von zwei Päpsten zur Organspende: Papst Benedikt XVI. nannte sie 2008 eine âbesondere Form der Nächstenliebeâ. 2019 bezeichnete sie Papst Franziskus als âAusdruck der universellen Geschwisterlichkeitâ.cite-ref-62[62]cite-ref-63[63]
Judentum
In jßdischen Ethiken spricht das strikte Verbot, einen Leichnam zu verstßmmeln, gegen eine Organspende. Andererseits steht die Pflicht, das Leben eines Menschen zu retten, im Judentum ßber nahezu allen anderen Geboten. Deshalb wird Organtransplantation im progressiven und, sofern ein konkreter Empfänger das Organ braucht, auch im orthodoxen Judentum befßrwortet. Die ReligionszugehÜrigkeit von Spender und Empfänger gilt dabei nicht als relevant.cite-ref-64[64]
Islam
Auf der Basis, dass Organspenden Leben retten, kĂśnnen im Islam alle anderen theologischen GrĂźnde, die gegen eine Organspende sprechen wĂźrden, auĂer Kraft gesetzt werden.cite-ref-sharif-2-65-0[65] Das stärkste Argument im Koran fĂźr eine Organspende findet sich in Sure 5,32: âUnd wenn jemand [einen Menschen] am Leben erhält, so ist es, als hätte er die Menschen alle am Leben erhalten.â Andererseits legt der Islam groĂen Wert auf die Heiligkeit des KĂśrpers.cite-ref-sharif-2-65-1[65] Gegen eine Lebendspende kann dann eingewendet werden, dass Nierenspenden aufgrund der MĂśglichkeit von Dialysen zur Lebensrettung nicht zwingend sind. Ferner wird âAllahs Vorsehungâ hoch geschätzt und so kĂśnnte die Rettung von Todgeweihten als ein Versuch empfunden werden, Allahs Pläne zu durchkreuzen.cite-ref-sharif-2-65-2[65]
Der ägyptische GroĂmufti gab 1966 die erste Fatwa, die Organspenden erlaubte, heraus.cite-ref-66[66] Seit 1986 auf einer Konferenz islamischer Rechtsgelehrter in Amman der Hirntod dem Herztod in einer Fatwa gleichgestellt wurde, wurden in einer Reihe von primär islamischen Ländern Propagandakampagnen fĂźr postmortale Organspenden durchgefĂźhrt.cite-ref-67[67]
Die Spendenbereitschaft unter Muslimen in Deutschland wird von Medizinern als sehr gering eingeschätzt, während sie in islamischen Ländern hĂśher liegt.cite-ref-isl-68-0[68] Nach Auffassung einiger islamischer Rechtsgelehrter ist die Organspende von einem Nicht-Muslim zu einem Muslim zwar mĂśglich, jedoch nicht umgekehrt. Die in Deutschland sehr groĂe Wahrscheinlichkeit, dass das Organ an einen Nicht-Muslim geht, kĂśnnte daher die geringe Spendenbereitschaft teilweise erklären.cite-ref-isl-68-1[68] Einige Rechtsgelehrte vertreten jedoch eine andere Auffassung und halten Transplantationen auch an Nicht-Muslime fĂźr mĂśglich.
Buddhismus
Im Buddhismus wird betont, dass das Sterben ein ausgedehnter Prozess ist und es wird angenommen, dass subtile Ebenen des Geistes existieren, die sich nicht in HirnstrĂśmen manifestieren. âAus buddhistischer Sicht bedeutet das Ende der GehirnstrĂśme nicht, dass die Person gestorben ist [âŚsondern esâŚ] vollziehen sich im Herzen noch innere AuflĂśsungsprozesse. Und obwohl der Atem stillsteht und das Gehirn nicht mehr aktiv ist, bleibt das Bewusstsein noch einige Zeit im KĂśrper.âcite-ref-69[69] Aus dieser Sicht geschieht die Organentnahme also nie nach dem Tod, sondern während des Sterbeprozesses, der hierdurch gestĂśrt werden kann. Dies hat nach buddhistischer Auffassung auch Einfluss auf Karma und Wiedergeburt des Sterbenden, denn dem verbleibenden Bewusstsein sei es mĂśglich, noch weiter positives Karma zu schaffen, zu meditieren oder sogar Erleuchtung zu erlangen. Daher wird als Voraussetzung der Organspende angesehen, dass sie vom Spender zu Lebzeiten freiwillig verfĂźgt worden ist.cite-ref-70[70] Unter dieser Voraussetzung wird sie jedoch als sehr positive, âheilsame Tatâ eingestuft.
Konfuzianismus
Aufgrund des Respekts vor den Eltern (Kindliche Pietät) gibt es im Konfuzianismus Vorbehalte gegen Organspenden, sofern AngehÜrige entscheiden, ob die Organe der Eltern fßr eine Spende freigegeben werden sollen.cite-ref-71[71] Vor allem aber ist nach Konfuzius der KÜrper ein Geschenk der Eltern, so dass deren Kinder in der Pflicht seien, diesen intakt zu halten. Andererseits gibt es von konfuzianischen Gelehrten Zuspruch fßr Organspenden auf Grundlage der Nächstenliebe als eine der fßnf zentralen Tugenden des Konfuzianismus.cite-ref-cheng-tek-tai-72-0[72]
Taoismus
Nach dem Taoismus werden Organspenden aus mehreren GrĂźnden abgelehnt. Einerseits wird eine Organspende als ein Handeln gegen den natĂźrlichen Lauf der Dinge (wu wei) gesehen, andererseits stĂśre eine Operation den natĂźrlichen Fluss des qis des KĂśrpers und sei unnatĂźrlich, und zuletzt wird der Tod nur als eine andere Form des Lebens angesehen, so dass eine Organentnahme die Unversehrtheit des KĂśrpers in diesem Leben nach dem Tod verletze.cite-ref-cheng-tek-tai-72-1[72]
Fßr eine Organspende spräche jedoch, dass der KÜrper lediglich Gefäà des Geistes sei und eine Organspende daher keinen Einfluss auf die Prinzipien des dao und de als Essenz des Lebens habe, sowie dass eine Spende als Ausdruck von Selbstaufopferung, um ein anderes Leben zu retten, natßrlich sei.cite-ref-cheng-tek-tai-72-2[72]
Anthroposophie
Da die Organtransplantation eine vom Spender so nicht intendierte Entnahme einer Vielzahl von Organen des menschlichen KĂśrpers nach sich ziehen kann, wird die postmortale Organentnahme von Vertretern der Anthroposophie sehr kritisch gesehen. Aus Sicht der anthroposophischen Medizin ist das Hirntodkriterium ebenfalls sehr zweifelhaft. Daher wird von der Zustimmung zur Organspende eher abgeraten. Im Gegensatz dazu wird die Lebendspende von Organen aber durchaus positiv gesehen.cite-ref-73[73]
Ăkonomie
Weil kein freier Organhandel existiert, kann man Organspenden nur nach ihrem Nutzen im Vergleich zu Substitutionsdienstleistungen wie Dialysen in Relation zu Nierenspenden Ükonomisch bewerten. Hier zeigt sich, dass Nierentransplantationen langfristig und bei durchschnittlichem Organßberleben deutlich gßnstiger als vergleichbare Dialysen sind. Fßr die Vereinigten Staaten wird so ein Ersparniswert von 94.000 US$ (80.916 Euro) pro gespendeter Niere veranschlagt,cite-ref-74[74] was noch nicht den Wert an hinzugewonnener qualitätsadjustierter Lebenszeit beinhaltet. Selbst bei sehr konservativen Schätzungen beträgt dieser Wert etwa 50.000 US$ (43.040 Euro) pro Organßberlebensjahr mit einer derzeitigen Halbwertzeit von etwa zehn Jahren.cite-ref-gaston2550-75-0[75] Demgegenßber stehen selbst bei Lebendnierenspenden maximal etwa 20.000 US$ direkte Kosten sowie ein sehr kleines, nicht quantifiziertes Gesundheitsrisiko beim Spender.cite-ref-gaston2550-75-1[75]
Aus utilitaristischer Sicht bedeutet die Nichtverwertung transplantationsfähiger Organe von Leichen also die routinemäĂige Vernichtung einer sehr wertvollen Ressource.cite-ref-76[76] Um den Organmangel zu beheben, wird deshalb diskutiert, selektive Anreize fĂźr eine Registrierung zur postmortalen Organspende anzubieten.cite-ref-77[77]
Weltweite Praxis
Praktiken der Organspende sind im Wesentlichen national geprägt, wenngleich es in Ländern mit starken Gliedstaaten (z. B. Kanada oder Schweiz) auch subnationale Praktiken geben kann. Darßber hinaus existieren internationale Organspendenverteilungsorganisationen, so in Europa Eurotransplant, Scandiatransplant und Balttransplant. In Lateinamerika versucht die Grupo Punta Cana Organtransplantationen international zu koordinieren.cite-ref-odla1-78-0[78]
Ăberblick
Die folgende Tabelle gibt einen Ăberblick Ăźber die globale Situation der existierenden Regelungen fĂźr Organspenden.
| | Staat / Land | Regelung | InkraftÂsetzung [ Anm. 1 ] | Todes kriterium [ Anm. 2 ] | Spenderquote [ Anm. 3 ] | Spenderquote [ Anm. 3 ] |
|---|---|---|---|---|---|---|
| | Staat / Land | Regelung | InkraftÂsetzung [ Anm. 1 ] | Todes kriterium [ Anm. 2 ] | post mortem | Lebendspenden |
| E | E urotransplant-Länder | E urotransplant-Länder | E urotransplant-Länder | E urotransplant-Länder | E urotransplant-Länder | E urotransplant-Länder |
| E | Deutschland Deutschland | Zustimmungsregelung [ 79 ] | 1997 (2012) | â
| 15,8 [ 80 ] | 0 9,2 [ 80 ] |
| E | Osterreich Ăsterreich | Widerspruchsregelung [ 79 ] | 1982 | â
| 23,3 [ 81 ] | 0 7,3 [ 81 ] |
| E | Belgien Belgien | Widerspruchsregelung [ 79 ] | 1986 | â
â | 20,5 [ 81 ] | 0 7,6 [ 81 ] |
| E | Niederlande Niederlande | Widerspruchsregelung [ 82 ] | 2018 | â
â | 13,7 [ 83 ] | 28,7 [ 83 ] |
| E | Luxemburg Luxemburg | Widerspruchsregelung [ 79 ] | 1982 | â
| 0 6,0 [ 80 ] | 0 0 [ 80 ] |
| E | Kroatien Kroatien | Widerspruchsregelung [ 79 ] | 1989 (2000) | â
| 30,7 [ 84 ] | 0 5,0 [ 84 ] |
| E | Slowenien Slowenien | Widerspruchsregelung [ 79 ] | 1996 (2000) | â
| 20,5 [ 83 ] | 0 0 [ 83 ] |
| E | Ungarn Ungarn | Widerspruchsregelung | 1972 | â
| 15,9 [ 80 ] | 0 4,3 [ 80 ] |
| S | S candiatransplant-Länder | S candiatransplant-Länder | S candiatransplant-Länder | S candiatransplant-Länder | S candiatransplant-Länder | S candiatransplant-Länder |
| S | Danemark Dänemark | Zustimmungsregelung | 1990 [ Anm. 4 ] [ 79 ] | â
| 0 5,6 [ 81 ] | 18,2 [ 81 ] |
| S | Finnland Finnland | Widerspruchsregelung [ 79 ] | 1985 | â
| 17,0 [ 81 ] | 0 2,0 [ 81 ] |
| S | Island Island | Zustimmungsregelung [ 85 ] | 1991 | â
| 10,0 [ 84 ] | 16,2 [ 84 ] |
| S | Norwegen Norwegen | Widerspruchsregelung [ 79 ] | 1973 | â
| 20,8 [ 86 ] | 16,9 [ 86 ] |
| S | Schweden Schweden | Informationsregelung [ 52 ] | 1996 [ Anm. 5 ] [ 79 ] | â
| 12,6 [ 83 ] | 18,7 [ 83 ] |
| B | B alttransplant-Länder | B alttransplant-Länder | B alttransplant-Länder | B alttransplant-Länder | B alttransplant-Länder | B alttransplant-Länder |
| B | Estland Estland | Widerspruchsregelung [ Anm. 6 ] [ 87 ] | 2002 | â
| 25,4 [ 88 ] | 0 3,1 [ 81 ] |
| B | Lettland Lettland | Widerspruchsregelung [ 79 ] | | â
| 14,8 [ 80 ] | 0 0,9 [ 80 ] |
| B | Litauen Litauen | Zustimmungsregelung [ Anm. 7 ] [ 79 ] | | â
| 10,9 [ 80 ] | 0 2,4 [ 80 ] |
| | Restliche Westeuropäische Länder | Restliche Westeuropäische Länder | Restliche Westeuropäische Länder | Restliche Westeuropäische Länder | Restliche Westeuropäische Länder | Restliche Westeuropäische Länder |
| | Schweiz Schweiz | Zustimmungsregelung [ 89 ] | 2007 | â
| 12,6 [ 86 ] | 14,7 [ 86 ] |
| | Liechtenstein Liechtenstein | Informationsregelung [ 52 ] | 2012 | â
| | |
| | Spanien Spanien | Widerspruchsregelung [ 79 ] | 1979 | â
| 32,0 [ 83 ] | 0 5,5 [ 83 ] |
| | Portugal Portugal | Widerspruchsregelung [ 79 ] | 1993 | â
| 30,2 [ 83 ] | 0 4,8 [ 83 ] |
| | Frankreich Frankreich | Widerspruchsregelung [ Anm. 8 ] [ 79 ] | 1976 (1994) | â
| 23,8 [ 81 ] | 0 4,6 [ 81 ] |
| | Irland Irland | Zustimmungsregelung [ 79 ] | â [ Anm. 7 ] [ 90 ] | â
| 12,6 [ 80 ] | 0 5,0 [ 80 ] |
| | Italien Italien | Widerspruchsregelung [ 79 ] | 1967 (1999) | â
â | 21,6 [ 80 ] | 0 3,2 [ 80 ] |
| | Vereinigtes Konigreich Vereinigtes KĂśnigreich | Zustimmungsregelung [ 79 ] | 1961 (1989) | â
| 16,4 [ 83 ] | 17,0 [ 83 ] |
| | Restliche Sßd- und Osteuropäische Länder | Restliche Sßd- und Osteuropäische Länder | Restliche Sßd- und Osteuropäische Länder | Restliche Sßd- und Osteuropäische Länder | Restliche Sßd- und Osteuropäische Länder | Restliche Sßd- und Osteuropäische Länder |
| | Turkei TĂźrkei | Informationsregelung [ Anm. 9 ] [ 79 ] | 1979 [ 91 ] | â
| 0 3,6 [ 86 ] | 34,3 [ 86 ] |
| | Albanien Albanien | keine | | â
| | |
| | Bulgarien Bulgarien | Widerspruchsregelung [ 79 ] | 1996 | â
| 0 2,7 [ 81 ] | 0 1,9 [ 81 ] |
| | Georgien Georgien | | | â
| | 0 1,8 [ 84 ] |
| | Griechenland Griechenland | Zustimmungsregelung | [ Anm. 10 ] | â
| 0 3,9 [ 80 ] | 0 2,4 [ 80 ] |
| | Kosovo Kosovo | keine | | â
| | |
| | Malta Malta | Zustimmungsregelung [ 92 ] | â [ Anm. 7 ] [ 93 ] | â
| 22,5 [ 80 ] | 0 7,5 [ 80 ] |
| | Moldau Republik Moldau | | | â
| 0 0 [ 86 ] | 0 0 [ 86 ] |
| | Nordmazedonien Nordmazedonien | | 1995 [ 94 ] (2008 [ 95 ] ) | â
| 0 0 [ 84 ] | 0 6,0 [ 84 ] |
| | Polen Polen | Widerspruchsregelung [ 79 ] | 1990 | â
| 13,3 [ 83 ] | 0 1,8 [ 83 ] |
| | Rumänien Rumänien | Zustimmungsregelung [ 79 ] | 1998 [ 96 ] | â
| 0 3,3 [ 83 ] | 0 4,6 [ 83 ] |
| | Russland Russland | Widerspruchsregelung [ 97 ] | 1992 [ Anm. 11 ] [ 97 ] (2007 [ 98 ] ) | â
| 0 2,6 [ Anm. 12 ] [ 99 ] | 0 1,4 [ Anm. 12 ] [ 99 ] |
| | Slowakei Slowakei | Widerspruchsregelung [ 79 ] | 1994 | â
| 16,8 [ 83 ] | 0 1,3 [ 83 ] |
| | Tschechien Tschechien | Widerspruchsregelung [ 79 ] | 1984 (2002) | â
| 19,6 [ 81 ] | 0 1,6 [ 81 ] |
| | Ukraine Ukraine | Zustimmungsregelung [ 100 ] | 1999 | â
| 0 0,3 [ Anm. 12 ] [ 99 ] | 0 1,9 [ Anm. 12 ] [ 99 ] |
| | Belarus Belarus | Widerspruchsregelung [ 101 ] | | â
| 0 8,5 [ 102 ] | |
| | Zypern Republik Zypern | Widerspruchsregelung [ 79 ] | 1987 | â
| 0 4,4 [ 81 ] | 26,7 [ 81 ] |
| | Arabische Länder | Arabische Länder | Arabische Länder | Arabische Länder | Arabische Länder | Arabische Länder |
| | Algerien Algerien | Widerspruchsregelung [ 103 ] | 1990 [ 104 ] | â
| 0 0,03 [ 84 ] | 0 2,9 [ 84 ] |
| | Bahrain Bahrain | Widerspruchsregelung [ 105 ] | 1998 [ 106 ] | â
| 0 4,0 [ Anm. 13 ] | |
| | Brunei Brunei | | | â
| 0 0 [ Anm. 13 ] [ 107 ] | 11,0 [ Anm. 13 ] [ 107 ] |
| | Katar Katar | Widerspruchsregelung [ 108 ] | 1997 [ 109 ] | â
| 0 2,4 [ 110 ] | 0 1,6 [ 110 ] |
| | Jordanien Jordanien | | | â
| | 29 [ Anm. 14 ] [ 111 ] |
| | Libanon Libanon | Zustimmungsregelung [ 112 ] | 1983 | â
| 0 0,5 [ 113 ] | 16,3 [ 84 ] |
| | Marokko Marokko | Widerspruchsregelung [ 114 ] | 1998 | â
| 0 0 [ Anm. 13 ] [ 107 ] | 0 0,3 [ 107 ] |
| | Staat Palästina Palästina | keine [ 115 ] | â | â
| 0 0 [ 86 ] | 0 1,6 [ 86 ] |
| | Syrien Syrien | | 2003 | â
| 0 0 [ 86 ] | 17,0 [ 86 ] |
| | Saudi-Arabien Saudi-Arabien | Zustimmungsregelung [ 116 ] | 2004 [ 117 ] | â
| 0 2,7 [ Anm. 15 ] [ 118 ] | 20,1 [ Anm. 15 ] [ 119 ] |
| | Tunesien Tunesien | Widerspruchsregelung [ 105 ] | 1991 [ 120 ] | â
| 0 1,5 [ 86 ] | 10,5 [ 86 ] |
| | Restliche Asiatische Länder | Restliche Asiatische Länder | Restliche Asiatische Länder | Restliche Asiatische Länder | Restliche Asiatische Länder | Restliche Asiatische Länder |
| | Bangladesch Bangladesch | | | â
| 0 0,9 [ Anm. 16 ] [ 121 ] | |
| | Hongkong Hongkong | | | â
| 0 4,2 [ Anm. 13 ] [ 107 ] | 0 6,6 [ Anm. 13 ] [ 107 ] |
| | Indien Indien | Zustimmungsregelung [ 116 ] | | â
| | |
| | Iran Iran | [ Anm. 17 ] | 2000 [ 116 ] | â
| 0 4,1 [ 122 ] | 22,4 [ 122 ] |
| | Israel Israel | Zustimmungsregelung [ 123 ] [ 124 ] | | â
| 0 8,0 [ 84 ] | 11,0 [ 84 ] |
| | Japan Japan | Widerspruchsregelung [ Anm. 18 ] | 2010 | â
â | 0 0,8 [ 125 ] | |
| | Malaysia Malaysia | Zustimmungsregelung [ 126 ] | | â
| 0 0,9 [ Anm. 12 ] [ 99 ] | 0 1,2 [ Anm. 12 ] [ 99 ] |
| | Amerika | Amerika | Amerika | Amerika | Amerika | Amerika |
| | Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten | Zustimmungsregelung [ 79 ] | 1968 (1987) | â
â | 25,0 [ 86 ] | 20,6 [ 86 ] |
| | Argentinien Argentinien | Widerspruchsregelung [ 127 ] | 2005 [ 127 ] | â
| 14,5 [ 128 ] | 0 6,7 [ 128 ] |
| | Brasilien Brasilien | Zustimmungsregelung [ 127 ] | 1968 (1997) [ 127 ] | â
| 0 9,9 [ 128 ] | 0 9,3 [ 128 ] |
| | Bolivien Bolivien | Zustimmungsregelung [ 127 ] | 1996 [ 127 ] | â
| 0 1,4 [ 128 ] | 0 5,0 [ 128 ] |
| | Chile Chile | Widerspruchsregelung [ 129 ] | 2010 [ 129 ] [ Anm. 19 ] | â
| 0 5,4 [ 128 ] | 0 2,6 [ 128 ] |
| | Costa Rica Costa Rica | Widerspruchsregelung [ 127 ] | 1994 [ 127 ] | â
| 0 3,5 [ 128 ] | 20,2 [ 128 ] |
| | Dominikanische Republik Dominikanische Republik | Widerspruchsregelung [ 127 ] | 1998 (2004) [ 127 ] | â
| 0 1,1 [ 128 ] | 0 2,8 [ 128 ] |
| | Ecuador Ecuador | Widerspruchsregelung [ 127 ] | 1994 (2001) [ 127 ] | â
| 0 2,5 [ 128 ] | 0 3,7 [ Anm. 13 ] [ 130 ] |
| | El Salvador El Salvador | Zustimmungsregelung [ 127 ] | 1994 (2001) [ 127 ] | â
| 0 0 [ Anm. 20 ] [ 131 ] | 0 5,5 [ 132 ] |
| | Guatemala Guatemala | Zustimmungsregelung [ 127 ] | 1996 [ 127 ] | â
| 0 6,1 [ Anm. 13 ] [ 133 ] | 0 5,2 [ Anm. 13 ] [ 133 ] |
| | Honduras Honduras | Zustimmungsregelung [ 127 ] | 1984 [ 127 ] | â
| 0 0,3 [ Anm. 13 ] [ 134 ] | 0 0 [ Anm. 13 ] [ 134 ] |
| | Kanada Kanada | Zustimmungsregelung [ 79 ] | 1980 [ Anm. 21 ] | â
| 14,5 [ 84 ] | 16,1 [ 84 ] |
| | Kolumbien Kolumbien | Widerspruchsregelung [ 127 ] | 1998 [ 127 ] | â
| 12,3 [ 128 ] | 0 1,5 [ 128 ] |
| | Kuba Kuba | Zustimmungsregelung [ 127 ] | 1983 (1995) [ 127 ] | â
| 0 9,9 [ 128 ] | 0 0,5 [ 128 ] |
| | Mexiko Mexiko | Zustimmungsregelung [ 127 ] | 1984 [ 127 ] | â
| 0 2,8 [ 132 ] | 16,2 [ 132 ] |
| | Nicaragua Nicaragua | | | â
| 0 0 [ 132 ] | 0 1,7 [ 132 ] |
| | Panama Panama | Widerspruchsregelung [ 127 ] | 1983 (1998) [ 127 ] | â
| 0 3,7 [ 132 ] | 0 3,7 [ 132 ] |
| | Paraguay Paraguay | Widerspruchsregelung [ 127 ] | 2000 [ 127 ] | â
| 0 4,5 [ 132 ] | 0 2,8 [ 132 ] |
| | Peru Peru | Widerspruchsregelung [ 127 ] | 1974 (2004) [ 127 ] | â
| 0 6,0 [ 132 ] | 0 2,9 [ 132 ] |
| | Puerto Rico Puerto Rico | Zustimmungsregelung [ 127 ] | 1974 [ 127 ] | â
| | |
| | Uruguay Uruguay | Zustimmungsregelung [ Anm. 22 ] [ 127 ] | 1971 [ 127 ] | â
| 14,4 [ 132 ] | 0 0,9 [ 132 ] |
| | Venezuela Venezuela | Zustimmungsregelung [ 127 ] | 1972 (1992) [ 127 ] | â
| 0 3,4 [ 132 ] | 0 3,2 [ 132 ] |
| | Australien und Neuseeland | Australien und Neuseeland | Australien und Neuseeland | Australien und Neuseeland | Australien und Neuseeland | Australien und Neuseeland |
| | Australien Australien | Zustimmungsregelung [ 79 ] | 1987 | â
| 13,5 [ 84 ] | 13,3 [ 84 ] |
| | Neuseeland Neuseeland | Zustimmungsregelung [ 79 ] | 1964 | â
| 0 8,8 [ 86 ] | 15,3 [ 86 ] |
cite-note-791. Letzte Gesetzesnovelle in Klammern.
cite-note-802. â
= Hirntod â = Herztod
cite-note-d2010-813. Pro eine Million Einwohner. Daten fĂźr das Erfassungsjahr 2010.
cite-note-884. Von 1967 bis 1990 war eine Widerspruchsregelung in Kraft.
cite-note-915. Von 1987 bis 1996 galt eine Zustimmungsregelung.
cite-note-926. Ist der Verstorbenenwille unbekannt, muss der behandelnde Arzt die nächsten Verwandten hinsichtlich des Willens konsultieren.
cite-note-cl-957. Praxis, es existiert keine explizite gesetzliche Regelung.
cite-note-978. Familie kann Wunsch des Verstorbenen auĂer Kraft setzen.
cite-note-999. Verwandte mĂźssen schriftlich zustimmen.
cite-note-10110. Von 1978 bis nach 2004 war eine Widerspruchsregelung in Kraft.
cite-note-10811. Von 1954 bis 1992 galt die NotstandslĂśsung.
cite-note-d2008-11012. Daten aus dem Erfassungsjahr 2008.
cite-note-d2005-11913. Daten fĂźr das Erfassungsjahr 2005.
cite-note-d2006k-12414. Daten aus dem Erfassungsjahr 2006 nur fĂźr Nieren
cite-note-d2011-13215. Daten fĂźr das Erfassungsjahr 2011.
cite-note-d2009-13616. Daten fĂźr das Erfassungsjahr 2009.
cite-note-13817. Iran hat einen staatlich regulierten Markt fĂźr Lebendspendenorgane.
cite-note-14218. Bestimmte Verwandte kĂśnnen der postmortalen Organentnahme widersprechen.
cite-note-14819. Zuvor Zustimmungsregelung; Gesetze eingefĂźhrt 1983 (1996).
cite-note-date2003-15020. Daten fĂźr das Erfassungsjahr 2003.
cite-note-15521. Regelungsbeginn variiert nach Bundesstaat; vor 1980 verabschiedeten folgende Bundesstaaten Zustimmungsregelungen: Alberta 1967; British Columbia 1974; New Brunswick 1973; Newfoundland 1966; Nova Scotia 1964.
cite-note-15622. FĂźr Todesopfer durch Gewalteinwirkung gilt die erweiterte Widerspruchsregelung.
Die Rechtslage ist dabei ein wichtiger Faktor fĂźr die Rate der empirischen Spenderpopulationen: Staaten mit Widerspruchsregelungen verfĂźgen (unter sonst gleichen Umständen) Ăźber hĂśhere Anteile von postmortalen Spendern als solche mit Zustimmungsregelungen.cite-ref-gimbel-157-0[135] Weitere bekannte Einflussfaktoren auf die Quote der Spendentätigkeit, sind der Anteil (formal) HĂśhergebildeter â operationalisiert als Absolventen tertiärer Schulformen â und die Zahl der Transplantationszentren pro Einwohner als Proxy fĂźr den Stand der Praxis der Transplantationsmedizin.cite-ref-gimbel-157-1[135] RĂśmisch-katholisch geprägte Staatswesen korrelieren ebenfalls positiv mit den Spenderraten.cite-ref-gimbel-157-2[135] Als besonders erfolgreich in der Spenderquote hat sich das sogenannte spanische Modell herausgestellt, das fĂźr viele Regelungen in Lateinamerika als Vorbild genutzt worden ist.
Staaten im Eurotransplant-Verbund
Obwohl sowohl die Benelux-Staaten, Deutschland, Ăsterreich, Slowenien, Kroatien und Ungarn historisch sehr unterschiedliche Spendenpraktiken implementiert haben und damit verbunden ein sehr unterschiedliches Spendenaufkommen aufweisen, verteilen diese Länder, die in ihren Grenzen explantierten Spenderorgane gemeinsam Ăźber Eurotransplant.
Deutschland
Das Transplantationsgesetz (TPG) bildet in Deutschland den rechtlichen Rahmen fĂźr Organspenden. Gewebespenden werden durch das Gewebegesetz geregelt.
In eine Organspende kĂśnnen gemäà § 2 Abs. 2, Satz 3 TPG einwilligungsfähige Personen ab dem vollendeten 16. Lebensjahr einwilligen oder die Ăbertragung der Entscheidung auf Dritte wirksam erklären sowie ab dem vollendeten 14. Lebensjahr einer Organspende widersprechen.
Das Spenden eines Organs, das sich nicht wieder bilden kann, ist zu Lebzeiten fĂźr Verwandte ersten oder zweiten Grades, Ehegatten, eingetragene Lebenspartner, Verlobte oder Personen, die dem Spender in persĂśnlicher Verbundenheit nahe stehen, mĂśglich. Die Auslegung des gesetzlichen Begriffs der besonderen persĂśnlichen Verbundenheit ist umstritten. Teilweise wird eine biographisch gewachsene Verbundenheit verlangt. Die Rechtsprechung begnĂźgt sich mit einer prognostischen Entscheidung. Da der Gesetzeswortlaut keine Identität von dem explantierten und dem implantierten Organ voraussetzt, ist die Ăberkreuz-Lebendspende ohne Bindung zwischen den jeweiligen Paaren zulässig.cite-ref-158[136] Es muss eine schriftlich dokumentierte Aufklärung des prospektiven Spenders Ăźber Art und Umfang des Eingriffs und die mĂśglichen, auch mittelbaren, Folgen einer Organentnahme fĂźr die Spendergesundheit sowie Ăźber die zu erwartende Erfolgsaussicht der OrganĂźbertragung auf den Empfänger und alle sonstigen Umstände, denen er erkennbar eine Bedeutung fĂźr seine Organspende beimisst, durch zwei Ărzte, von denen einer nicht an der Organentnahme beteiligt sein darf, erfolgen. AuĂerdem muss sich ein Lebenspender zur Teilnahme an einer ärztlich empfohlenen Nachbetreuung bereit erklären. Ein Widerruf einer Einwilligung ist auch mĂźndlich jederzeit wirksam.
Eine gemäà Landesrecht gebildete Kommission muss des Weiteren begutachten, ob âbegrĂźndete tatsächliche Anhaltspunkteâ dafĂźr vorliegen, dass eine Organspende unter Zwang oder gegen finanzielle Remuneration erfolgen wĂźrde. Der Kommission gehĂśren ein auch mittelbar an der Transplantation unbeteiligter Arzt, eine Person mit der Befähigung zum Richteramt und eine in psychologischen Fragen erfahrene Person an.
Ende 1997 wurde fĂźr Leichenspenden eine erweiterte Zustimmungsregelung etabliert: Organe eines Toten dĂźrfen dann entnommen werden, wenn entweder der Verstorbene sich zu Lebzeiten fĂźr eine Organspende ausgesprochen hat oder die nächsten AngehĂśrigen der Organentnahme zustimmen. Auch die AngehĂśrigen sind dabei an den mutmaĂlichen Willen des Verstorbenen gebunden. 2011 hatten sich etwa 35 % der Organspender nachvollziehbar zu Lebzeiten fĂźr eine Spende ausgesprochen.cite-ref-159[137]
Die Koordinierungsstelle nach § 11 TPG, die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO), organisiert alle Schritte des Organspendeprozesses einschlieĂlich des Transports der Organe zu den Empfängern. Die Partnerfindung von Spender und Empfänger bei postmortalen Spenden Ăźbernimmt Eurotransplant. Die Vermittlung der Organe erfolgt nach politischen und medizinischen Gesichtspunkten.
Gesetzesreformen
Mitte 2012 beschloss der Bundestagcite-ref-160[138] mit breiter Mehrheit und mit Zustimmung des Bundesratscite-ref-161[139] eine Reform der Organspenderegelungen. Seit dem 1. November 2012 sind die gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen verpflichtet, im Rahmen der sogenannten Entscheidungsregelung alle Krankenversicherten ab 16 Jahren alle zwei Jahre nach ihrer Einstellung zur postmortalen Organspende zu befragen. Die Elektronische Gesundheitskarte soll auf freiwilliger Basis zur Speicherung der Angaben verwendet werden kĂśnnen.cite-ref-162[140]
Im Zuge des GĂśttinger Organspendeskandals wurde das Transplantationsgesetz weiterhin breit Ăśffentlich diskutiert.cite-ref-163[141]
Am 1. April 2019 legten in Deutschland der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und eine Anzahl Abgeordneter den Entwurf zu einem Gesetz âzur Regelung der doppelten WiderspruchslĂśsung im Transplantationsgesetzâ vor. Ein Alternativvorschlag wurde am 6. Mai von anderen Bundestagsabgeordneten vorgelegt.cite-ref-164[142]
Am 16. Januar 2020 votierte das deutsche Parlament mehrheitlich gegen eine WiderspruchslĂśsung und mehrheitlich fĂźr die erweiterte ZustimmungslĂśsungcite-ref-165[143]
Ăffentliche Diskussion
Im Vorfeld der Gesetzesreform hatten sich BefĂźrworter der Organspende, wie die Bundesärztekammer oder der Nationale Ethikrat, fĂźr eine Ănderung ausgesprochen, um dem Mangel an Spenderorganen in Deutschland abzuhelfen. So sollte ihrer Meinung nach eine Kombination von Entscheidungs- und Widerspruchsregelung in der Gesetzgebung Eingang finden.cite-ref-166[144]
Von Februar bis April 2011 wurden 1165 SchĂźler von Mainzer Gymnasien im Alter zwischen 14 und 20 Jahren per Fragebogen zu den Themen Hirntod und Organspende befragt. Auffällig ist, dass 63 Prozent der Befragten die postmortale Organspende befĂźrworten, jedoch nur 11,3 % einen Organspendeausweis besitzen. Unter denen, die die Organspende ablehnen, gaben 72,4 % ein Informationsdefizit als Grund fĂźr die Ablehnung an. Wissensfragen zum Hirntod wurden teilweise von Ăźber der Hälfte der Befragten falsch beantwortet, was belegt, dass dieses Defizit nicht vollständig subjektiv ist.cite-ref-167[145] Entsprechende Kampagnen zum Thema Organspende sollen dementsprechend zur Information und Sensibilisierung der BevĂślkerung dienencite-ref-168[146]cite-ref-169[147], wie beispielsweise das Organspende-Tattoo im Rahmen der Kampagne âOpt.Inkâcite-ref-170[148]cite-ref-171[149].
Empirie
Verstorbene, bei denen der Hirntod festgestellt wurde und bei denen keine medizinischen Kontraindikationen vorliegen, sind potentielle Organspender. Bei 54 % von diesen kam es 2001 zu einer Organspende. Bei 39 % lag kein dokumentierter Wille des Verstorbenen vor und die Organspende wurde von den AngehÜrigen abgelehnt. In 4 % der Fälle kam es zu einem Kreislaufversagen. Von den Organspendern hatten im Jahr 2001 5,2 % einen Organspendeausweis und 8,8 % hatten ihren Willen anderweitig dokumentiert, in 78 % der Fälle wurde die Organspende durch die AngehÜrigen legitimiert.cite-ref-172[150]
2009 wurden 1.888 potentielle Organspender gemeldet. Haben AngehÜrige bereits vor der Hirntodbestimmung ihre Ablehnung signalisiert, wird diese Person seit 2006 nicht als potentieller Organspender gemeldet. In 565 Fällen davon wurde die Organspende im AngehÜrigengespräch abgelehnt. In 63 Fällen wurde die Organentnahme abgebrochen, da beispielsweise ein Tumor festgestellt wurde. In 24 Fällen lagen andere medizinische Grßnde vor, in 19 Fällen andere Grßnde. Es verblieben 1.217 tatsächliche Organspender. Das sind 64 %.cite-ref-dsodg-173-0[151]
Die Tabelle gibt eine Ăbersicht Ăźber durchgefĂźhrte Organspenden in Deutschland.cite-ref-dsodg-173-1[151] Im oberen Teil sind die postmortalen Spenden aufgefĂźhrt, es folgen die Lebendspenden. 2012 wurden an der Medizinischen Hochschule Hannover in Deutschland erstmals zwei Lebendlungenspenden durchgefĂźhrt.cite-ref-174[152]
| Organ | 1996 | 1997 | 1998 | 1999 | 2000 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 | 2022 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Niere | 1902 | 1961 | 1992 | 1865 | 1851 | 1940 | 1865 | 2081 | 1974 | 2190 | 2246 | 2320 | 2167 | 2144 | 2250 | 2036 | 1789 | 1512 | 1481 | 1521 | 1461 | 1334 | 1607 | 1524 | 1447 | 1492 | 1966 |
| Herz | 479 | 507 | 482 | 441 | 370 | 374 | 348 | 339 | 355 | 366 | 385 | 377 | 369 | 347 | 385 | 362 | 318 | 300 | 294 | 278 | 286 | 251 | 295 | 324 | 320 | 310 | 358 |
| Leber | 535 | 549 | 581 | 590 | 589 | 608 | 610 | 700 | 779 | 844 | 917 | 1042 | 1007 | 1039 | 1114 | 1040 | 919 | 773 | 763 | 730 | 725 | 674 | 779 | 726 | 746 | 742 | 748 |
| Lunge | 82 | 94 | 129 | 123 | 123 | 135 | 186 | 194 | 221 | 238 | 236 | 264 | 265 | 254 | 290 | 313 | 339 | 327 | 330 | 270 | 297 | 264 | 338 | 329 | 342 | 299 | 254 |
| Pankreas (BauchÂspeichelÂdrĂźse) | 91 | 112 | 147 | 189 | 202 | 176 | 154 | 176 | 174 | 152 | 140 | 131 | 127 | 108 | 155 | 160 | 141 | 119 | 114 | 101 | 94 | 70 | 91 | 87 | 79 | 57 | 44 |
| DĂźnndarm | | | | | | | 6 | 6 | 5 | 3 | 1 | 6 | 10 | 5 | 11 | 6 | 5 | 4 | 7 | 1 | 4 | 1 | 3 | 5 | 7 | 5 | 2 |
| Totspenden insgesamt | 3089 | 3223 | 3331 | 3208 | 3135 | 3233 | 3169 | 3496 | 3508 | 3777 | 3925 | 4140 | 3945 | 3897 | 4205 | 3917 | 3511 | 3035 | 2989 | 2901 | 2867 | 2594 | 3113 | 2995 | 2941 | 2905 | 2796 |
| LebendÂspenden (Niere und Teilleber) | 139 | 303 | 368 | 421 | 436 | 483 | 532 | 479 | 553 | 600 | 605 | 627 | 620 | 660 | 756 | 866 | 844 | 808 | 678 | 690 | 647 | 605 | 690 | 574 | 502 | 950 | 576 |
| Insgesamt (Deutschland) | 3228 | 3526 | 3699 | 3629 | 3571 | 3716 | 3701 | 3975 | 4061 | 4377 | 4530 | 4767 | 4565 | 4557 | 4961 | 4783 | 4355 | 3843 | 3667 | 3592 | 3514 | 3199 | 3803 | 3569 | 3443 | 3855 | 3372 |
| Organ | 1996 | 1997 | 1998 | 1999 | 2000 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 | 2022 |
Massenmediale Rezeption
Das Thema Organspende findet regelmäĂig Platz in den deutschen Massenmedien. Oftmals sind aktuelle Schicksale der AuslĂśser fĂźr Berichterstattung in den lokalen Medien, Ăźberregional erlangt das Thema im Rahmen der geplanten Nachrichten rund um den Tag der Organspende erhĂśhte Aufmerksamkeit.
Anlässe fßr erhÜhte Medienaufmerksamkeit waren 2010 die Nierenlebendspende des Spitzenpolitikers Frank-Walter Steinmeiercite-ref-175[153] sowie 2012 der GÜttinger Organspende-Skandal.
Auch gegen die DSO wurden in der Vergangenheit VorwĂźrfe wegen angeblicher âSelbstbedienungsmentalitätâ und fehlerhafter Struktur erhoben, die auch durch eine Untersuchungskommission nicht entkräftet werden konnten (Le Ker, Spiegel Online 2012, Kuhrt, Spiegel Online 2012). Nicht zuletzt als Reaktion auf diese Skandale und die daraus resultierenden rĂźckläufigen Spenderzahlen in Deutschland trat am 1. November 2012 die sogenannte âOrganspende-Reformâ in Kraft (vgl. âGesetz zur Regelung der EntscheidungslĂśsungâ).
DDR
Durch die Verordnung wurde die Widerspruchsregelung eingefĂźhrt. Damit war âdie Organentnahme von Verstorbenen fĂźr Transplantationszwecke [âŚ] zulässig, falls der Verstorbene zu Lebzeiten keine anderweitigen Festlegungen getroffen hatâ.cite-ref-177[155] Ebenso wie heute war eine Beteiligung der Ărzte an der Transplantation ausgeschlossen, wenn diese vorher an der Feststellung des Todes beteiligt waren. Die Todesfeststellung selber geschah durch ein âĂrztekollektiv, das hierĂźber ein Protokoll anzufertigenâ hatte.
Eine Lebendspende wurde durch die Verordnung ebenso geregelt. Der Spender durfte seine Zustimmung davon abhängig machen, das Organ einer bestimmten Person zu transplantieren.cite-ref-178[156]
Am 5. August 1987 wurde die Verordnung zur besseren materiellen Absicherung des Spenders neu geregelt, die neue Fassung trat am 1. Oktober 1987 in Kraft. Die Verordnung wurde durch den Einigungsvertrag zum 3. Oktober 1990 obsolet.
Ăsterreich
In Ăsterreich gilt die Widerspruchsregelung. Die gesetzliche Grundlage dafĂźr bietet seit 1982 das Krankenanstaltengesetz.cite-ref-179[157]
Das Ăśsterreichische Transplantationsrecht gilt auch fĂźr Ausländer unabhängig von ihrem Herkunftsort. Deswegen sieht das Ăsterreichische Bundesinstitut fĂźr Gesundheitswesen als zentrale Widerspruchsstelle auch die Aufnahme von Ausländern in die (Nicht-)Spenderdateien vor.cite-ref-180[158]
Belgien
Belgien praktiziert seit 1986 eine erweiterte WiderspruchslĂśsung fĂźr postmortale Spenden.cite-ref-181[159]
Niederlande
Bis 1998 gab es in den Niederlanden kein spezifisches Gesetz fĂźr Organspenden und so war eine erweiterte ZustimmungslĂśsung via des 1869 erlassenen Gesetzes Ăźber den Umgang mit Leichen geregelt.cite-ref-182[160]
1998 wurde nach einer Volksabstimmung eine erweiterte ZustimmungslĂśsung fĂźr Leichenspenden eingefĂźhrt, bei der gegebenenfalls die nächsten Verwandten den unbekannten Verstorbenenwillen imputieren. Gleichzeitig wurde staatlicherseits eine Kampagne fĂźr eine Aufnahme in ein Organspenderegister gestartet. Um dem Organmangel abzuhelfen, werden auĂerdem schon seit den 1980er Jahren vermehrt neben Hirntoten auch wieder Herztote als Organspender in Betracht gezogen.cite-ref-bos74-25-1[25]
International erregte die fĂźr die niederländische Ăffentlichkeit produzierte Fakeshow De Grote Donorshow groĂe Aufmerksamkeit.cite-ref-gies-183-0[161] In der Show spielten drei auf eine Organspende wartende Patienten vermeintlich um die Nieren einer Spenderin.cite-ref-gies-183-1[161] Die Sendung polarisierte die Ăffentlichkeit Ăźber die Grenzen der Niederlande hinaus.cite-ref-gies-183-2[161]
Dänemark
In Dänemark erfolgte die erste (postmortale) Nierenspende 1964.cite-ref-184[162]
Obwohl das erste dänische Transplantationsgesetz die Frage nach dem Todeskriterium nicht eindeutig beantwortete, war zunächst ein Atemstillstand fßr die postmortale Organentnahme zwingend erforderlich.cite-ref-185[163] Seit 1990 wird der Hirntod im Rahmen der Organspende anerkannt.cite-ref-186[164] Es gilt eine Zustimmungsregelung, die bei fehlender Zustimmung des Spenders zu Lebzeiten es den Verwandten erlaubt, eine Entscheidung an deren statt zu treffen.cite-ref-187[165] Seit 1990 kann man zu Lebzeiten die Zustimmung eigene Organe post mortem zu spenden im dänischen Organspenderregister eintragen, wobei seit 2000 verschiedene Arten der Zustimmung beziehungsweise Ablehnung registriert werden kÜnnen.cite-ref-er-71-188-0[166] Lediglich sieben Prozent der zumeist sich online Registrierenden lehnen dabei eine Organspende grundsätzlich ab.cite-ref-er-71-188-1[166]
Schweiz
Das 2004 verabschiedete Schweizer Transplantationsgesetz trat am 1. Juli 2007 in Kraft. Das Gesetz beruht auf einem entsprechenden Verfassungsartikel in der Bundesverfassung (Art. 119a). Die Schweiz ist europaweit eines der letzten Länder, welches ein Transplantationsgesetz eingefßhrt hat.
Das Gesetz sah in seiner ursprĂźnglichen Fassung die erweiterte ZustimmungslĂśsung vor. Patienten mussten also vor ihrem Tod ausdrĂźcklich ihren Willen zur Spende erklärt haben. Liegt eine solche WillensäuĂerung nicht vor, entscheiden die AngehĂśrigen.cite-ref-189[167]
Vor dem Erlass des Transplantationsgesetzes erfolgte keine einheitliche Regelung der Transplantationsmedizin durch den Bund und die Kantone hatten die entsprechende Gesetzgebungskompetenz. Die kantonalen Regelungen waren allerdings uneinheitlich, sodass 1995 zwei Motionen eine gesetzliche Regelung auf Bundesebene forderten. Bis zur EinfĂźhrung des Gesetzes wurde 1996 ein Bundesbeschluss Ăźber die Kontrolle von Blut, Blutprodukten und Transplantaten erlassen.cite-ref-190[168]
Die eidgenĂśssische Volksinitiative âOrganspende fĂśrdern â Leben rettenâ, welche die EinfĂźhrung der Widerspruchsregelung forderte, ist im April 2019 zustande gekommen.cite-ref-191[169] Die Volksinitiative, welche die Bundesverfassung ändern wollte und deswegen dem obligatorischen Referendum unterstanden hätte, wurde zurĂźckgezogen, nachdem das Parlament am 1. Oktober 2021 eine Ănderung des Transplantationsgesetzes beschlossen hatte, welche das Anliegen der Volksinitiative im Rahmen einer erweiterten WiderspruchslĂśsung (AngehĂśrige kĂśnnen eine Organspende ablehnen) aufnahm.cite-ref-192[170] Die Gesetzesänderung unterstand dem fakultativen Referendum. Da dieses ergriffen wurde, fand am 15. Mai 2022 eine Volksabstimmung statt, wobei die Stimmberechtigten der Gesetzesänderung mit rund drei FĂźnftel zustimmte. Die WiderspruchslĂśsung dĂźrfte frĂźhestens 2026 in Kraft treten, da das elektronische Organspende-Register mit der noch nicht eingefĂźhrten e-ID verknĂźpft werde.cite-ref-193[171] Die Ănderung der Transplantationsverordnung befindet sich noch bis zum 21. August 2024 in der Vernehmlassung.cite-ref-194[172]
Spanien
Spanien hat ein besonders erfolgreiches Organspendeprogramm,cite-ref-nic-195-0[173] welches die weltweit hĂśchsten Spenderquoten produziert.cite-ref-rios67-196-0[174] Im Jahr 2017 kamen auf eine Million Einwohner 46,9 Spender.cite-ref-statista-197-0[175] Dieses â manchmal spanisches Modell genannte â Programm hat einen groĂen Einfluss auf lateinamerikanische Staaten ausgeĂźbtcite-ref-odla1-78-1[78] und wird derzeit als Modell fĂźr Nicaragua verwendet.cite-ref-nic-195-1[173]
Die spanische BevÜlkerung steht postmortalen Spenden sehr positiv gegenßber: Etwa 80 bis 85 Prozent der Spanier wären laut eigener Aussage gewillt, sich nach dem Tod Organe entnehmen zu lassen.cite-ref-rios67-196-1[174]
Vielfach wird angenommen, dass die Widerspruchsregelung der Grund fĂźr den Erfolg der Organspende in Spanien sei. Aber das ist nur teilweise richtig. Entscheidender ist, dass in Spanien bereits der Herztod und nicht erst der Hirntod als sicheres Todeskriterium gilt. Erst seit EinfĂźhrung dieser Regelung kam es in Spanien zu einer stetig wachsenden Anzahl an Spenderorganen.cite-ref-198[176]
Portugal
Bis eine Person nicht ihren Widerspruch gegen eine Organspende ausgedrßckt hat, wird in Portugal davon ausgegangen, dass sie mit einer postmortalen Spende einverstanden ist. Vor der Entnahme der Organe findet ein Gespräch mit der Familie statt, um den Willen des Verstorbenen zu erfahren.cite-ref-199[177]
Griechenland
In Griechenland kommt es nur mit dem Einverständnis der nahen Verwandten der Verstorbenen zu einer Organspende, wenn diese nicht ermittelt werden kÜnnen, dßrfen keine Organe entnommen werden.cite-ref-200[178] Bislang ist die Spendenrate im Vergleich zu anderen europäischen Ländern niedrig. Im Jahr 2024 betrug sie 10 Organspender auf eine Million Menschen, dabei ist eine steigende Tendenz zu beobachten.cite-ref-201[179] 2024 startete auch eine Kampagne des Gesundheitsministeriums mit dem Ziel, eine effektivere Kooperation zwischen den Krankenhäusern und der 1999 gegrßndeten griechischen Organisation fßr Organspenden herzustellen.cite-ref-202[180] Auf der digitalen Plattform der staatlichen Krankenversicherung kÜnnen sich Spendenwillige registrieren lassen, sodass ihre Entscheidung als bindend gilt.
TĂźrkei
SĂźdosteuropa
2011 berichtete eine Studie Ăźber 36 Patienten aus dem Kosovo, Mazedonien, und Albanien, die sich unregulierten Transplantationen in Pakistan unterzogen hatten, mit sehr schlechter Erfolgsrate.cite-ref-204[182]
Nachfolgestaaten der Sowjetunion
In der Sowjetunion galt eine äuĂerst liberale Praxis im Umgang mit Leichnamen. Bereits 1932 wurde in der Ukrainischen Sowjetrepublik ein Gesetz fĂźr die Entnahme von Augen von Verstorbenen zum Zwecke der Transplantation erlassen; ab 1937 konnte das Gesundheitsministerium Verordnungen zur Organentnahme erlassen.cite-ref-207[185] Ab 1954 durften Organe auch gegen den Willen der AngehĂśrigen entnommen werden.cite-ref-rl-107-2[97]
Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurde in Russland die erweiterte WiderspruchslĂśsung eingefĂźhrt. In der Ukraine â einer der Hochburgen illegalen Organhandels â wird seit 1999 eine restriktive erweiterte ZustimmungslĂśsung praktiziert, bei der die nächsten Verwandten der Organentnahme zustimmen mĂźssen.cite-ref-ua-112-1[100]
Vereinigte Staaten
Arabische Welt
In Staaten der Arabischen Welt sind zumeist explizite Gesetze oder Richtlinien in Kraft, die Organspenden regeln. All diesen Regelungen gemeinsam ist dabei bei Lebendspenden die jederzeit widerrufbare wohlinformierte Zustimmung (âinformed consentâ) des Spenders und ein Verbot finanzieller Anreize.cite-ref-arab41-210-0[188] DarĂźber hinaus unterscheiden sich die Bestimmungen wie folgt:
Ăgypten
In Ăgypten soll ein Gesetzesprojekt die Lebendspende regeln, um illegale Transplantationen und den Organhandel zu unterbinden.cite-ref-211[189]
Algerien
Die in Algerien notwendige religiÜse Rechtfertigung fßr Organspenden wurde 1985 erstellt.cite-ref-212[190] Dabei sind die ßberaus meisten Nierenspenden durch Lebendspenden erbracht worden,cite-ref-alg-213-0[191] welche von gesunden erwachsenen Spendern ohne Remuneration erbracht werden dßrfen, insoweit dies nicht ihr Leben gefährden wßrde.cite-ref-alg43-115-1[103] Gemäà Artikel 16 des Gesetzes 90-17cite-ref-l90-116-1[104] ist fßr postmortale Spenden seit Juli 1990 eine erweiterte WiderspruchsslÜsung de jure etabliert worden.cite-ref-alg43-115-2[103] Dabei wird der Hirntod de facto von einer Kommission nach zwei Null-EEGs im Abstand von vier Stunden durch eine medizinische Kommission beglaubigt.cite-ref-alg-213-1[191] Bei unbekannten Wunsch des Verstorbenen beraten ein Psychiater, ein Psychologe und ein Imam die nächsten AngehÜrigen hinsichtlich der Entscheidung, die Organe freizugeben.cite-ref-alg-213-2[191]
Bahrain
Bahrain erlaubt Lebendspenden, solange sowohl Spender als auch Empfänger schriftlich zustimmen und aus medizinischer Sicht nichts gegen eine Transplantation spricht.cite-ref-bah1-117-2[105] Fßr Leichenspenden gilt eine erweiterte Widerspruchsregelung, wobei bei keinem Widerspruch des Verstorbenen zu Lebzeiten, der nächste AngehÜrige einer Organentnahme zustimmen muss.cite-ref-bah1-117-3[105]
Jordanien
In Amman wurde 1972 nach einer Herztodspende die erste erfolgreiche Nierentransplantation in einem arabischen Staat durchgefĂźhrt.cite-ref-214[192] Heute hat Jordanien eine der hĂśchsten Nierenlebendspendenraten der Welt.
Katar
Katar praktiziert eine sehr restriktive erweiterte Widerspruchsregelung, wobei bei fehlendem schriftlich fixiertem Willen von Verstorbenen im Alter zwischen 18 und 70 Jahren alle Verwandten ersten und zweiten Grades einer Organentnahme einwilligen mĂźssen.cite-ref-qat-121-1[108] Reproduktive Organe sind von der Entnahme ausgenommen.cite-ref-qat-121-2[108]
Unter diesen Umständen war 2005 etwa ein Drittel der WohnbevÜlkerung Katars zu einer Organspende bereit.cite-ref-215[193]
Libanon
Alle konstituierenden Religionsgemeinschaften im Libanon stehen Organspenden positiv gegenĂźber.cite-ref-leb1-126-1[112]
Marokko
Marokko erlaubt Lebendspenden nur zwischen in direkter Linie verwandten Erwachsenen und mehrjährigen Ehepartnern.cite-ref-mor1-128-1[114] Post mortem, definiert als Hirntod, gilt eine erweiterte Widerspruchsregelung, bei der in der Reihenfolge absteigender Wichtigkeit Ehepartner, Eltern und Kinder bei nicht dokumentiertem Willen des Verstorbenen einer Organentnahme effektiv widersprechen kÜnnen.cite-ref-mor1-128-2[114]
Saudi-Arabien
In Saudi-Arabien ist der Herz- oder der Hirntod Voraussetzung fĂźr eine postmortale Organentnahme.cite-ref-bag60-130-3[116] Es gilt eine erweiterte Zustimmungsregelung. Bei unbekanntem Verstorbenenwillen entscheiden die Erben des Verstorbenen, die gegebenenfalls durch ein âĂberzeugungskomiteeâ beraten werden.cite-ref-bag60-130-4[116] Lebendspenden sind nur fĂźr Blutsverwandte zulässig.cite-ref-bag60-130-5[116]
Sudan
Im Sudan sollen Lebendspenden aus dem engsten Familienkreis erfolgen, wobei Minderjährige, insbesondere weibliche, nur in Notfällen als Spender in Frage kommen.cite-ref-arab41-210-1[188] Sind Verwandtenspenden nicht mÜglich, entscheidet ein Komitee ßber die Zulässigkeit einer Fremdspende.cite-ref-arab41-210-2[188] De jure ist fßr postmortale Spenden eine erweiterte ZustimmungslÜsung in Kraft.cite-ref-arab41-210-3[188]
Syrien
Tunesien
Tunesien erlaubt Lebendspenden fßr zurechnungsfähige Personen ßber 20 Jahren.cite-ref-bah1-117-6[105] Post mortem gilt eine erweiterte Widerspruchsregelung: Dabei kÜnnen Hinterbliebene einer Organentnahme widersprechen, wenn der Verstorbene nicht zu Lebzeiten einer Spende zugestimmt hat, was seit 1999 auf dem Personalausweis eingetragen werden kann.cite-ref-bah1-117-7[105] Fßr minderjährige Verstorbene entscheiden die Erziehungsberechtigten.cite-ref-bah1-117-8[105] Spenden reproduktiver Organe sind verboten.cite-ref-bah1-117-9[105]
Indien
Bisher wurden in Indien seit 1971 etwa 21.000 Nieren und seit 1995 329 Lebern gespendet.cite-ref-216[194]
Rechtlicher Rahmen fßr postmortale Spenden ist eine erweiterte Zustimmungsregelung, bei der die nächsten Verwandten bei unbekanntem Verstorbenenwillen von Personen ßber 18 Jahren ßber eine Organspende entscheiden dßrfen.cite-ref-bag60-130-6[116] Fßr vor dem 18. Geburtstag Verstorbene entscheiden die Eltern; wird ein Leichnam nicht binnen 48 Stunden von Verwandten beansprucht, kann der Leiter der Institution, in der der Verstorbene dahinschied, eine Entscheidung treffen.cite-ref-bag60-130-7[116] Lebendspenden sind im Grundsatz nur unter nahen Verwandten erlaubt; LURD-Transplantationen verlangen nach einer Entscheidung eines unabhängigen Komitees.cite-ref-bag60-130-8[116]
Iran
Iran hat fßr LURD-Lebendspenden einen regulierten Organmarkt fßr iranische StaatsangehÜrige eingerichtet. Post mortem dßrfen gemäà einem Gesetz aus dem Jahr 2000 Organe nur mit Zustimmung der Familie entnommen werden, die entweder den Verstorbenenwillen bestätigen muss oder, falls dieser unbekannt ist, im Sinne des vermuteten Interesses des Verstorbenen liegen soll.cite-ref-bag60-130-9[116]
Israel
Seit Januar 2010 werden Menschen, die selber einer Organspende mit einem Spenderpass zugestimmt haben, bei der Vergabe von Organen gegenßber einem mÜglichen Empfänger, der von der Dringlichkeitsstufe einer Spende gleich beurteilt wurde, aber keinen entsprechenden Ausweis vorweisen kann, bevorzugt.cite-ref-217[195]
Japan
In Japan sind postmortale Organspenden deutlich seltener als in den meisten westlichen Ländern. Dies hat zunächst kulturelle GrĂźnde: Dem Herz wird tendenziell ein Vorrang vor dem Gehirn eingeräumt, auĂerdem stĂśĂt die Verletzung der Unversehrtheit des KĂśrpers auf Ablehnung. Hinzu kommt ein Organspendefall aus dem Jahr 1968, der zu langanhaltenden Diskussionen und Misstrauen hinsichtlich des Hirntodkriteriums gefĂźhrt hat.cite-ref-218[196]
Das 1997 in Kraft getretene Gesetz zur Organspende verlangte von Spendern eine schriftliche Einverständniserklärung; das Einverständnis der Familie wurde ebenfalls gefordert. Als Konsequenz war die Herzspenderquote in Japan mit 81 Organspenden in zwÜlf Jahren auffallend niedrig.cite-ref-219[197]
Im Juli 2010 trat eine Gesetzesnovelle in Kraft. Nunmehr dßrfen Hirntoten Organe entnommen werden, wenn sich die Familie des Verstorbenen nicht ausdrßcklich dagegen ausspricht. Darßber hinaus wurde das Mindestspenderalter von 15 Jahren ersatzlos gestrichen. 2010 waren 13 Prozent der japanischen Krankenhäuser in der Lage, eine Organentnahme bei einem Jugendlichen vorzunehmen. Es wurde angestrebt, diese Zahl bis Ende des Jahres auf 39 Prozent anzuheben.cite-ref-220[198]
Die erste Organspende ohne schriftliche Einverständniserklärung des Spenders erfolgte am 9. August 2010.cite-ref-221[199]
Mongolei
In der Mongolei wurde die erste Nierenlebendspende 2006 von einer eineiigen Zwillingsschwester der Empfängerin getätigt; seitdem wurden lediglich Lebendspenden naher Verwandter durchgefßhrt.cite-ref-222[200]
Philippinen
Die Philippinen erlauben seit 2002 als einer der wenigen Staaten Lebendnierenspenden fĂźr Personen, die nicht aus dem persĂśnlichen Umfeld des Spenders stammen, gegen eine SondervergĂźtung im Wert von insgesamt etwa 275.000 âą (umgerechnet etwa 3.986 âŹ) und einer gesetzlichen Krankenabsicherung fĂźr den Zeitraum von zehn Jahren, wobei in etwa das Doppelte der Geldsummen in der Praxis toleriert wird.cite-ref-223[201] Obwohl das Gesetz den Verkauf von Organen ausdrĂźcklich ausschlieĂt, ist im Zuge dieser Regelungen sogenannter Organtourismus entstanden, sodass seit 2009 Organspenden an Ausländer untersagt worden sind.cite-ref-pad121f-224-0[202] Generell haben sich unter diesen Umständen die Resultate aus diesen Fremdspenden sowohl fĂźr den Empfänger medizinisch unterdurchschnittlich als auch fĂźr den Spender sozioĂśkonomisch nicht von Vorteil erwiesen.cite-ref-pad121f-224-1[202]
Postmortale Spenden verlangen nach der Zustimmung des nächsten AngehÜrigen; ist der potentielle Organspender durch Gewalteinwirkung ums Leben gekommen, kann, falls der nächste AngehÜrige nicht binnen 48 Stunden erreicht werden kann, der behandelnde Arzt oder der Klinikchef ßber eine Organentnahme entscheiden.cite-ref-bag60-130-10[116]
Entwicklungsländer
In Entwicklungsstaaten ohne gesetzliche Regelung wird teilweise Organhandel betrieben. In diesem Fall kann allerdings nicht mehr von einer (auf freiwilliger Basis erfolgenden) Organspende die Rede sein.
Guyana
Nigeria
Organspenden werden in Nigeria seit 2003 entgegengenommen.cite-ref-226[204] Studien aus den Bundesstaaten Lagoscite-ref-227[205] und áťášŁuncite-ref-228[206] lassen vermuten, dass etwa ein Drittel der BevĂślkerung zu einer Organspende bereit wäre, wobei die LandbevĂślkerung vor allem aus BildungsgrĂźnden eine niedrigere Spendenbereitschaft aufweist.
Begriffsproblematik
Der Begriff Organspende war 1997 ein Kandidat zur Wahl zum Unwort des Jahres. Die Jury begrĂźndete das mit einer âPervertierungâ des Spendenbegriffs.cite-ref-229[207]
Philatelistisches
Mit dem Erstausgabetag 2. Juni 2022 gab die Deutsche Post AG ein Sonderpostwertzeichen im Nennwert von 85 Eurocent zum Thema Organspende heraus. Der Entwurf stammt vom Grafiker Jens MĂźller aus DĂźsseldorf.
Literatur
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⢠Klaus SchäferË 25 Ă 25 geschenkte Jahre 25 Transplantierte berichten Ăźber die mindestens 25 Jahre ihres 2. Lebens. Books on Demand, 2015, ISBN 978-3-7347-8533-7
⢠Klaus SchäferË JA, Mein Bekenntnis zur Organspende. Pallotti, 2016, ISBN 978-3-87614-035-3
⢠Eberhard J. Wormer: Organspende. Lebensrettende Transplantation. Lingen Verlag, KÜln 2010, ISBN 978-3-941118-50-8.
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Weblinks
Wikiquote: Organspende
â Zitate
Wiktionary: Organspende
â Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
⢠Transplantinfo â das Transplantationsportal des Schweizer Bundesamtes fĂźr Gesundheit
⢠Bundesverband fßr Gesundheitsinformation und Verbraucherschutz
⢠Philip Harms: Die zehn verbreitetsten Irrtßmer. Focus Online, 4. Januar 2019
Einzelnachweise
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